Posts filed under ‘Rezension’

Sabine Thiesler: Nachtprinzessin

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Sein Leben und seine Leidenschaft waren einzigartig. Ein treffenderes Wort gab es nicht. – Matthias, der narzisstische Psychopath

Ein kurzer Prolog. Drei Seiten war er lang und dennoch hat er es beinahe geschafft, mich in die Knie zu zwingen. Ich habe mich aber gegen das Bedürfnis, das Buch aus der Hand zu legen, gesträubt. Denn was muss geschehen sein, dass ein Mann einfach so jemand anderen von der Rehling wirft, nur weil er das Schönheitsideal der Nacht zerstört?!

Soweit, so gut. Der Protagonist, Matthias, tritt in Erscheinung und sammelt eine Menge negative Punkte. Ein sehr faszinierende Phänomen tritt ein: Innerhalb weniger Seiten ist er mir so unsympathisch wie Lavender Brown.
Seine Mutter ist für ihn die Beste. Eine Frau, die einfach alles kann. Doch dann erleidet sie einen Hirninfarkt und es ist noch nicht bekannt, wie es mit ihr weiter gehen soll. Ja, nun ist seine Mutter leider keine vollkommene Perfektion mehr und für den Sohn nur noch Ballast. Hallo? Bist du es auch, der den armen Mann von der Rehling geworfen hat?
Aber nicht nur seine Mutter wird einfach so achtlos davon geschoben. Nein, den One-Night-Stand, dem nimmt er auch einfach so mal sein Leben.
Alles klar. Wir haben es hier mit einem ziemlichen Psychopathen zu tun.

Dieses narzisstische sowie krankhafte Verhalten bleibt der größte Bestandteil des Buches. Matthias findet die Macht berauschend, die er empfindet, wenn er seine wehrlosen Opfer mit seinem Seidenschal ermordet. Die familiären Probleme sind für ihn nicht von Belang. Von der Ehefrau geschieden, die Mutter im Heim und der Sohn lebt in völliger Verwahrlosung. Es ist eindeutig der richtige Augenblick, um eine Reise in die Toskana zu beginnen!

Was soll ich sagen? Ja, er mordet dort weiter und fordert die Polizei heraus, da er sich sicher ist, dass niemand ihn je erwischen kann. Matthias pendelt zwischen Deutschland und Italien, denn ab und an muss er sich ja auch um seine Mutter kümmern und die Probleme des Sohnes anhören, wenngleich er diese nicht lösen kann. Es interessiert ihn nicht, dafür ist er selbst sich zu wichtig.

Die Charaktere sind einfach so vollkommen lieblos beschrieben. Mein absolutes Highlight ist aber der Makler. Er wundert sich tatsächlich darüber, dass seine besonderen drei Grundstücke sich einfach nicht verkaufen lassen. Dabei weiß er, was auf diesen Grundstücken passiert ist: Drei Morde. Nämlich die Morde, die in Teil 1 bis 3 geschehen sind. Ernsthaft, lieber Makler?
Ich liebe Hints auf andere Bücher oder irgendeine andere Thematik, aber das erschien mir dann doch viel zu übertrieben zu sein. So wie eben alles in diesem Buch.

Das Buch habe ich nur zu Ende gelesen, da ich es so stupide fand, dass ich dann doch gerne das Ende erfahren wollte. Irgendetwas musste sich Sabine Thiesler ja dabei gedacht haben! Ich hätte es lassen sollen, denn ich kann mich an kein Ende eines Buches erinnern, dass so schlecht war.
Klar, die Message, die dahinter steckt, die habe ich schon verstehen können, aber dennoch. Es war einfach so unglaublich dämlich. Matthias muss zum Ende natürlich noch eine Wohltat ausführen, um seinem Sohn zu helfen. Er selbst findet natürlich, dass er der barmherzige Samariter schlechthin hin. Aber sein Sohn? Nun, lassen wir das.

Ich glaube nicht, dass dieses Buch in diesem Jahr noch getoppt werden kann. Aber ich werde mich überraschen lassen! Schade finde ich es trotzdem, da mir die Bücher von Sabine Thiesler bisher sehr gefallen haben. Das hier war nun aber wirklich der Super-Gau meiner Leserkarriere.

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27. Januar 2014 at 18:09 Hinterlasse einen Kommentar

Ben Aaronovitch: Ein Wispern unter Baker Street

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„Und ich konnte nicht umhin denken, dass unserer Gruppe entschieden ein Schurke und ein Kleriker fehlten.“ – Peter Grant

Ben Aaronovitch hat es erneut geschafft: Peter Grant liegt mir noch mehr am Herzen, als er es zuvor schon getan hatte. Endlich ein Charakter, der sich bewusst ist, dass zu einem guten Abenteurer Team ein Kleriker gehört!
Dies war nur einer der vielen Schmunzler, die mir während des Lesens entlockt wurden. „Harry Potter“, „Der Herr der Ringe“ und auch „Star Wars“ haben ihre ganz besonderen Auftritte. Immer im rechten Augenblick schafft es der Zauberlehrling sowie Constable sein nerdiges Wissen an den Leser zu verbreiten. In seiner Kindheit muss er wirklich viele Animes gesehen und Comics gelesen haben!

Doch dieser Roman besteht nicht nur aus den Witzen, sondern behandelt einen weiteren Fall, den Peter zu lösen hat. Dieses Mal ist das Trio wieder perfekt: Der „Schwarzmagier“, die betrunkene Hermine und Nightingale, der Retter in der Not. Es gefällt mir sehr, dass Lesley wieder mehr in das Gefüge gebracht wird, auch wenn die Situation erst etwas Überraschend war. Doch es passt einfach gut, ohne übertrieben zu wirken.
Sicherlich tauchen auch weitere Charaktere auf, doch insbesondere die FBI-Agentin ist, meiner Meinung nach, nicht der Rede wert. Ob sie nun in Erscheinung getreten ist oder nicht … es machte nicht unbedingt den großen Unterschied.
Es wäre gelogen, wenn ich nun behaupten würde, der Fall wäre besonders spektakulär gewesen. Weder spannend, noch überraschend, dafür aber wirken die magischen Momente sehr prickelnd. Ein spezieller Humor, allerlei Witze und amüsierende Dialoge, machen diesen Buch einfach zu etwas Besonderem.

Der Zauber hat mich wieder um den Finger wickeln können und gerade dies macht doch diese Buchreihe aus. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn ich den vierten Teil lesen kann. Die Geschichte selbst ist ja spannend und ich möchte gerne erfahren, wie es weiter geht.

19. Januar 2014 at 22:11 Hinterlasse einen Kommentar

Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho

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„Red nie schlecht über die Mutter von irgendjemandem, spiel nie Schach mit der kurdischen Mafia und geh nie mit einer Frau ins Bett, die magischer ist als du selbst.“ – Peter Grant’s Überlebensregeln

Schon im Post der Blogparade habe ich verraten, dass ich einen Narren an Ben Aaronovitch gefressen habe und somit lag es wohl auf der Hand, dass der zweite Teil gelesen werden musste. Camellia ist so freundlich gewesen und hat mir den zweiten sowie den dritten Teil ausgeliehen – dankeschön! (Okay, es ist unschwer zu erraten, dass der erste Teil auch ihr gehört…)

Ich finde es noch immer erstaunlich, wie Ben Aaronovitch es gelungen ist, die Magie und die Humanität miteinander zu verbinden. Die magischen Aspekte wirken echt und glaubwürdig, ohne der normalen Menschenwelt die Würde zu entreißen, damit die Magier auf irgendeine Weise kräftiger und mächtiger wirken.
Die Charaktere verhelfen diesem Aspekt natürlich, denn sie nehmen sich untereinander schon ziemlich sehr auf den Arm. Ich persönlich habe mir noch nie darüber Gedanken gemacht, dass der Begriff „Schwarzmagier“ einen rassistischen Hintergrund besitzen könnte…
Und was kann schon sympathischer sein, als ein Magier, der wohl keine Einwände gegen Unterricht in Hogwarts hätte und sich auch mit den Hobbits zusammen tun würde. Es sind wieder allerlei Insider und Anspielungen auf Bücher, Serien und andere Begebungen eingeflossen, welche mich oftmals zum Schmunzeln gebracht haben.

Die Story hat mir wieder gut gefallen und ich verneige mich vor der Konsequenz, mit der Ben Aaronovitch arbeitet. Der kleine  Optimist in mir wurde nur leider enttäuscht, da das Ende nicht unbedingt zu meiner Belustigung führte. Aber es ist alles Berechtigt und vollkommen nachvollziehbar.
Der erste Teil gefiel mir jedoch etwas mehr. Ich vermute mal, dass es tatsächlich an der Interaktion der Hauptcharaktere lag, die  etwas eingeschränkt war. Und es gibt noch einen klitzekleinen Minuspunkt für Molly, die in mir viel erweckt hat, aber keine Freude, wenn ich Zeilen über sie gelesen habe.

Nun freue ich mich schon darauf, mit dem dritten Buch zu beginnen! Vorher möchte ich jedoch noch hinzufügen: Versucht euch an dieser Reihe, es macht wirklich Spaß!

5. Januar 2014 at 09:23 Hinterlasse einen Kommentar

Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder

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„Wenn dich jemand nicht hinein lässt, dann hörst du irgendwann auf, an die Tür zu klopfen.“ – Jacob’s Vater

Das erste ausgelesene Buch im neuen Jahr. Aber auch nur, da ich es nicht mehr geschafft habe, das Werk zu beenden, bevor 2013 mich verlassen hat. So hatte ich statistisch gesehen einen ziemlich guten Start ;)
Wie immer gilt: Ich bin bemüht, keine dramatischen Spoiler von mir zu geben, aber ich werde kein feierliches Gelöbnis abgeben.

Ich muss erst einmal eine Lobeshymne verläuten lassen! Dieses Buch hat einen ganz besonderen Charme. Es gibt Briefe zu lesen, die handschriftlich verfasst sind, es gibt allerlei Fotografien zu bestaunen und überhaupt ist das ganze Design ziemlich gut gelungen. Bisher ist mir solch ein Schmuckstück noch nicht begegnet, somit muss ich das Design wohl in den Himmel loben.
Das Buch lässt sich sehr gut lesen, der Schreibstil ist einfach gehalten, dabei aber nicht langweilig oder flach. Die „Ich-Perspektive“ ist gut umgesetzt worden und die Idee ist natürlich etwas Besonderes.

Anfänglich hat mich die Geschichte auch wirklich gefesselt. Mir gefiel insbesondere die Art und Weise, wie Ransom Riggs Orte und Gebäude beschreiben kann. Ich konnte mir alles ziemlich gut vorstellen. (Zu gut, denn zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Beschreibung des alten Heimes arg gruselig gefunden habe!)
Mit der Idee, dass es besondere Kinder gibt, die etwas Magisches bewirken können, konnte ich mich auch sehr gut anfreunden. Das Setting stimmte und die Handlung war nachvollziehbar – bis Jacob, der Protagonist, immer unglaubwürdiger handelte. Auch die besonderen Kinder und die Dame, die sich um eben diese kümmert, wirkten immer suspekter.

Jacob beschließt innerhalb der kürzesten Zeit, dass er auf sein „altes“ Leben verzichten kann und bei den besonderen Kindern bleiben möchte. Niemand hält ihn davon ab, Miss Peregrine (Die Leiterin des Heimes) versucht nicht einmal die Moralapostel zu spielen. Seinem Vater wird kaum eine Möglichkeit gegeben, seinen Sohn davon abzuhalten und überhaupt stelle ich mir die Frage, ob er es ernsthaft versucht hätte. Dabei haben die beiden kein verrüttetes Familienverhältnis. Und ja, es gibt tatsächlich auch eine Mutter, aber die wird banaler Weise auch nicht gefragt.
Wirklich grotesk finde ich jedoch die Beziehung zwischen Jacob und Emma. Wer das Buch gelesen hat, wird wissen, wie ich das meine. Und wenn ich die einzige Person auf der Welt bin, die dieses Verhältnis seltsam findet, dann muss ich mir Sorgen um die Menschheit machen.

Während des Lesens habe ich dann festgestellt, dass es keine abgeschlossene Geschichte ist und ich somit auf einen zweiten Teil warten muss. Auf Englisch erscheint das Buch ja schon im Januar, aber so eilig habe ich es dann doch nicht. Einfach mal abwarten, würde ich sagen.
Ja, das Buch war weder gut, noch war es schlecht. Ich kann es nicht empfehlen und auch nicht schlecht machen. Es ist irgendwie in der Grauzone gelandet, in der sich bisher noch nicht viele Bücher tummeln.

 

2. Januar 2014 at 20:41 Hinterlasse einen Kommentar

Laurie Halse Anderson: Wintermädchen

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Ich weiß gar nicht, wie lange es her ist, dass ich das letzte Mal bewusst Jugendbücher gelesen habe. Das muss jedenfalls schon ziemlich lange her sein, aber ich bin wohl wieder auf den Geschmack gekommen. Das liegt nun aber nicht unbedingt an der literarischen Leistung dieses Buches, aber zwischendurch ist solch ein Werk sicher angenehm =) Letztendlich lassen sich die Jugendbücher schnell und einfach lesen, ohne das sich der Kopf zu lange zerbrochen werden muss. Für Busfahrten, Zugfahrten oder Schulstunden, in denen einfach nichts passiert, sind für mich die Jugendbücher einfach optimal.

Es geht um einen Pakt, den zwei junge Mädchen einst geschlossen haben: Sie wollen die schlankesten der Schule sein. Es wird also wenig gegessen, viel Sport betrieben und der Magen auf allerlei Weisen wieder entleert. Dieser Pakt führt unwillkürlich zur Magersucht und psychischen Problemen.
Starten tut die Story mit dem makaberen Verfall von einem der Wintermädchen, Cassie, welche in einem Motel ums Leben kommt und somit Lia, die Protagonistin, alleine im Magerwahn lässt.

Die Psyche von Lia wird sehr präsent vorgestellt, was auch kein Wunder darstellt, schließlich erzählt sie die Geschichte. Ihr Wahn wird immer einnehmender, doch sieht sie ihre Krankheit nicht ein und wehrt sich gegenüber jeglichen Hilfeversuchen.
Familiendramen und ihr Leid verfeinern die Geschichte der Magersucht. Unaufhaltsam strebt sie zum eigenen Verhungern hin.

Der Krankheitsverlauf wird nur wenig angeschnitten. Ihre Magersucht ist schon ziemlich weit voran geschritten und ihre Wahnvorstellungen ziemlich heikel. Die Symptome sind verständlich dargestellt und ob es übertrieben wurde oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Das Ende war nur wieder einmal etwas … daneben. Denn meiner Meinung nach war ein Happy End nicht unbedingt mehr möglich – aber es musste wohl sein.

Während des Lesens ist mir wieder eingefallen, dass ich als Jugendliche etwas Kontakt mit dieser „Magersuchwelt“ hatte.  Es war ein Internetblog, wie sie auch in dem Buch erwähnt werden. Gemeinsames Hungern und Berichte der Erkrankten. Ich weiß nicht mehr, wie ich da hin gekommen bin und ich weiß, dass ich auch nie etwas diesbezüglich getan habe, aber gelesen habe ich es schon. Das war damals für mich wie eine Horrorgeschichte, die ich immer weiter lesen musste. Von daher war es irgendwie nun eine abrundende Sache, „Wintermädchen“ gelesen zu haben.

 

20. Januar 2013 at 18:22 Hinterlasse einen Kommentar

Rosoff, Meg: Damals, das Meer

PENTAX Image„Ich überlegte, ob Finns Persönlichkeit bei jedem die gleiche Wirkung erzielte
oder ob nur ich so gestrickt war, dass ich einem egozentrischen
einsiedlerischen Krebsmörder folgte.“ 

Empfohlen hat mir Camellia dieses Buch und ich habe mich erdreistet, ihr das Bild aus dem Blog zu stehlen ;) Dankeschön.
Da ich gestern in die Badewanne wollte und mir „Die Säulen der Erde“ als Lektüre irgendwie unpraktisch erschien, habe ich mich für dieses Buch entschieden. Ich war schon ziemlich neugierig! Im Endeffekt habe ich das Buch dann in ungefähr drei Stunden durchgelesen. Aus der Hand legen wollte ich es nicht, die Badewanne habe ich aber doch vorher noch verlassen. Ich wollte wirklich unbedingt wissen, wie die Geschichte weiter geht und das nicht erst am nächsten Tag.

Erzählt wird die Geschichte von einem alten Greis, der über einen Teil seiner Jugend berichtet. Dementsprechend ist das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben und dazu noch im Präteritum. Ich empfand diesen Schreibstil als sehr angenehm. Die gehörige Portion von Sarkasmus hat mich sowieso schnell in den Bann gezogen. Der Ich-Erzähler ist mir einfach super sympathisch gewesen.
Er ist ein Schüler gewesen, der das dritte Jungeninternat besuchte, da er die Beiden zuvor verlassen musste. Lernfaul wie er ist, mag auch dieses Internat nicht unbedingt seinen Wünschen gerecht werden. Hingegen beginnt er von einem anderen Leben zu träumen, welches ein Junge namens Finn führt. Finn lebt alleine in einer Hütte, lebt von den Fischfängen und überhaupt … ist er ziemlich eigenbrötlerisch. Ein Gespräch zu führen fällt ihm schwer und dennoch entwickelt sich eine gewisse Freundschaft zwischen den Beiden.
Finn führt das Leben, welches sich der Ich-Erzähler wünscht und wird schnell zum Idealbild des Jungen.

Aus der anfänglichen Freundschaft wird etwas, womit sich der Ich-Erzähler schwer tut, es zu definieren. Doch die Zuneigung zu Finn ist präsent. Ob es sich wirklich um Liebesgefühle handelt oder es dieser fanatische Wunsch ist, so zu sein wie Finn, mag ich gar nicht so beantworten.

So wie es üblich ist, tauchen im Internat die heikelsten Gerüchte auf. Schüler stellen sich gegen ihn, die Lehrer fordern ihn zu Gesprächen auf und dennoch folgt er seinem Weg und besucht Finn.
Der Wendepunkt im Buch lässt lange auf sich warten, aber dafür hat er es dann doch so ziemlich in sich. Denn alles ist anders, als es scheint und hat mich durchaus verwirrt.

Ich habe mir eigentlich ein schönes Ende gewünscht, ein richtiges Happy End! Aber mein Wunsch ist nicht in Erfüllung gegangen. Dennoch hat mir das Buch sehr zugesagt. Es ließ sich wunderbar lesen und hat mir Freude bereitet. Na gut, bis auf das Ende, aber das lag einfach daran, dass ich es mir anders ausgemalt habe. 

8. Januar 2013 at 16:54 Hinterlasse einen Kommentar

Kehlmann, Daniel: Die Vermessung der Welt

13vermessungderwelt„Romane, die sich in Lügenmärchen verlören,
weil der Verfasser seine Flausen an die Namen geschichtlicher Personen binde.“

Vielleicht bin ich ein Banause, vielleicht reicht mein Intellekt nicht aus, um zu begreifen, welch wundervolles Werk dieses Buch ist. Doch wie auch immer der Grund aussieht, für mich war dieses Buch eine Qual. Wenn ich es nicht für die Schule hätte lesen müssen, wäre ich dazu geneigt gewesen, aufzugeben.
Es fing schon damit an, dass mir der Schreibstil einfach nicht liegt. Es sind Bandwürmersätze, die niemals nie ein Ende finden. An die Art, wie die wörtliche Rede genutzt wird, konnte ich mich noch gewöhnen, aber ich wünschte mir, die Charaktere hätten überhaupt nichts gesagt. Die Dialoge haben den Roman auch nicht gerettet. Manch eine ironische Bemerkung empfand ich als amüsant, aber dies kann meine Qualen auch nicht ausgleichen.

Die Geschichte um Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt wird in zwei Storylines geschildert. Sie werden als junge Knaben vorgestellt, die Erfolge und Niederlagen werden präsentiert, sie werden älter und älter und älter, bis die Beiden aufeinander treffen und ein Ende folgt, welches nicht hätte geschrieben werden müssen.
Wirkliche Sympathie ist nicht aufgetreten, außer vielleicht für Bonpland. Er erinnerte zumindest an einen Menschen und an keinen Roboter.

Was soll ich bloß über diesen Roman erzählen? Gauß ist ein Mathematiker, der ziemliche Defizite im sozialen Kontext besitzt. Ein unfreundlicher, überheblicher Mann der Zahlen. Humboldt ist der Herrscher der gefühlslosen Roboter und empfindet lediglich bei einem Hund so etwas wie ein Gefühl. Dafür besteigt er Berge, trinkt  Curare, reist durch ferne Länder und nimmt Leichen mit. Ja, es handelt sich bei den beiden um Genies und sie haben durchaus ihren Ruhm verdient. Aber die Darbietung dieser Charaktere im Roman ist etwas Unglücklich.

Die einzige Frage, die ich mir nach dem Lesen gestellt habe, war folgende: Ist Humboldt tatsächlich an kleinen Jungen interessiert? Irgendwie ist es schade, wenn einem tatsächlich nur solch eine Frage einfällt und der Rest ziemlich bedeutungslos ist. Aber wie gesagt: Vermutlich bin ich einfach ein Banause!

 

4. Januar 2013 at 19:00 Hinterlasse einen Kommentar

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