Sabine Thiesler: Nachtprinzessin

27. Januar 2014 at 18:09 Hinterlasse einen Kommentar

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Sein Leben und seine Leidenschaft waren einzigartig. Ein treffenderes Wort gab es nicht. – Matthias, der narzisstische Psychopath

Ein kurzer Prolog. Drei Seiten war er lang und dennoch hat er es beinahe geschafft, mich in die Knie zu zwingen. Ich habe mich aber gegen das Bedürfnis, das Buch aus der Hand zu legen, gesträubt. Denn was muss geschehen sein, dass ein Mann einfach so jemand anderen von der Rehling wirft, nur weil er das Schönheitsideal der Nacht zerstört?!

Soweit, so gut. Der Protagonist, Matthias, tritt in Erscheinung und sammelt eine Menge negative Punkte. Ein sehr faszinierende Phänomen tritt ein: Innerhalb weniger Seiten ist er mir so unsympathisch wie Lavender Brown.
Seine Mutter ist für ihn die Beste. Eine Frau, die einfach alles kann. Doch dann erleidet sie einen Hirninfarkt und es ist noch nicht bekannt, wie es mit ihr weiter gehen soll. Ja, nun ist seine Mutter leider keine vollkommene Perfektion mehr und für den Sohn nur noch Ballast. Hallo? Bist du es auch, der den armen Mann von der Rehling geworfen hat?
Aber nicht nur seine Mutter wird einfach so achtlos davon geschoben. Nein, den One-Night-Stand, dem nimmt er auch einfach so mal sein Leben.
Alles klar. Wir haben es hier mit einem ziemlichen Psychopathen zu tun.

Dieses narzisstische sowie krankhafte Verhalten bleibt der größte Bestandteil des Buches. Matthias findet die Macht berauschend, die er empfindet, wenn er seine wehrlosen Opfer mit seinem Seidenschal ermordet. Die familiären Probleme sind für ihn nicht von Belang. Von der Ehefrau geschieden, die Mutter im Heim und der Sohn lebt in völliger Verwahrlosung. Es ist eindeutig der richtige Augenblick, um eine Reise in die Toskana zu beginnen!

Was soll ich sagen? Ja, er mordet dort weiter und fordert die Polizei heraus, da er sich sicher ist, dass niemand ihn je erwischen kann. Matthias pendelt zwischen Deutschland und Italien, denn ab und an muss er sich ja auch um seine Mutter kümmern und die Probleme des Sohnes anhören, wenngleich er diese nicht lösen kann. Es interessiert ihn nicht, dafür ist er selbst sich zu wichtig.

Die Charaktere sind einfach so vollkommen lieblos beschrieben. Mein absolutes Highlight ist aber der Makler. Er wundert sich tatsächlich darüber, dass seine besonderen drei Grundstücke sich einfach nicht verkaufen lassen. Dabei weiß er, was auf diesen Grundstücken passiert ist: Drei Morde. Nämlich die Morde, die in Teil 1 bis 3 geschehen sind. Ernsthaft, lieber Makler?
Ich liebe Hints auf andere Bücher oder irgendeine andere Thematik, aber das erschien mir dann doch viel zu übertrieben zu sein. So wie eben alles in diesem Buch.

Das Buch habe ich nur zu Ende gelesen, da ich es so stupide fand, dass ich dann doch gerne das Ende erfahren wollte. Irgendetwas musste sich Sabine Thiesler ja dabei gedacht haben! Ich hätte es lassen sollen, denn ich kann mich an kein Ende eines Buches erinnern, dass so schlecht war.
Klar, die Message, die dahinter steckt, die habe ich schon verstehen können, aber dennoch. Es war einfach so unglaublich dämlich. Matthias muss zum Ende natürlich noch eine Wohltat ausführen, um seinem Sohn zu helfen. Er selbst findet natürlich, dass er der barmherzige Samariter schlechthin hin. Aber sein Sohn? Nun, lassen wir das.

Ich glaube nicht, dass dieses Buch in diesem Jahr noch getoppt werden kann. Aber ich werde mich überraschen lassen! Schade finde ich es trotzdem, da mir die Bücher von Sabine Thiesler bisher sehr gefallen haben. Das hier war nun aber wirklich der Super-Gau meiner Leserkarriere.

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