Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder

2. Januar 2014 at 20:41 Hinterlasse einen Kommentar

ransomriggs_insel

„Wenn dich jemand nicht hinein lässt, dann hörst du irgendwann auf, an die Tür zu klopfen.“ – Jacob’s Vater

Das erste ausgelesene Buch im neuen Jahr. Aber auch nur, da ich es nicht mehr geschafft habe, das Werk zu beenden, bevor 2013 mich verlassen hat. So hatte ich statistisch gesehen einen ziemlich guten Start ;)
Wie immer gilt: Ich bin bemüht, keine dramatischen Spoiler von mir zu geben, aber ich werde kein feierliches Gelöbnis abgeben.

Ich muss erst einmal eine Lobeshymne verläuten lassen! Dieses Buch hat einen ganz besonderen Charme. Es gibt Briefe zu lesen, die handschriftlich verfasst sind, es gibt allerlei Fotografien zu bestaunen und überhaupt ist das ganze Design ziemlich gut gelungen. Bisher ist mir solch ein Schmuckstück noch nicht begegnet, somit muss ich das Design wohl in den Himmel loben.
Das Buch lässt sich sehr gut lesen, der Schreibstil ist einfach gehalten, dabei aber nicht langweilig oder flach. Die „Ich-Perspektive“ ist gut umgesetzt worden und die Idee ist natürlich etwas Besonderes.

Anfänglich hat mich die Geschichte auch wirklich gefesselt. Mir gefiel insbesondere die Art und Weise, wie Ransom Riggs Orte und Gebäude beschreiben kann. Ich konnte mir alles ziemlich gut vorstellen. (Zu gut, denn zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Beschreibung des alten Heimes arg gruselig gefunden habe!)
Mit der Idee, dass es besondere Kinder gibt, die etwas Magisches bewirken können, konnte ich mich auch sehr gut anfreunden. Das Setting stimmte und die Handlung war nachvollziehbar – bis Jacob, der Protagonist, immer unglaubwürdiger handelte. Auch die besonderen Kinder und die Dame, die sich um eben diese kümmert, wirkten immer suspekter.

Jacob beschließt innerhalb der kürzesten Zeit, dass er auf sein „altes“ Leben verzichten kann und bei den besonderen Kindern bleiben möchte. Niemand hält ihn davon ab, Miss Peregrine (Die Leiterin des Heimes) versucht nicht einmal die Moralapostel zu spielen. Seinem Vater wird kaum eine Möglichkeit gegeben, seinen Sohn davon abzuhalten und überhaupt stelle ich mir die Frage, ob er es ernsthaft versucht hätte. Dabei haben die beiden kein verrüttetes Familienverhältnis. Und ja, es gibt tatsächlich auch eine Mutter, aber die wird banaler Weise auch nicht gefragt.
Wirklich grotesk finde ich jedoch die Beziehung zwischen Jacob und Emma. Wer das Buch gelesen hat, wird wissen, wie ich das meine. Und wenn ich die einzige Person auf der Welt bin, die dieses Verhältnis seltsam findet, dann muss ich mir Sorgen um die Menschheit machen.

Während des Lesens habe ich dann festgestellt, dass es keine abgeschlossene Geschichte ist und ich somit auf einen zweiten Teil warten muss. Auf Englisch erscheint das Buch ja schon im Januar, aber so eilig habe ich es dann doch nicht. Einfach mal abwarten, würde ich sagen.
Ja, das Buch war weder gut, noch war es schlecht. Ich kann es nicht empfehlen und auch nicht schlecht machen. Es ist irgendwie in der Grauzone gelandet, in der sich bisher noch nicht viele Bücher tummeln.

 

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