Laurie Halse Anderson: Wintermädchen

20. Januar 2013 at 18:22 Hinterlasse einen Kommentar

13wintermädchen

Ich weiß gar nicht, wie lange es her ist, dass ich das letzte Mal bewusst Jugendbücher gelesen habe. Das muss jedenfalls schon ziemlich lange her sein, aber ich bin wohl wieder auf den Geschmack gekommen. Das liegt nun aber nicht unbedingt an der literarischen Leistung dieses Buches, aber zwischendurch ist solch ein Werk sicher angenehm =) Letztendlich lassen sich die Jugendbücher schnell und einfach lesen, ohne das sich der Kopf zu lange zerbrochen werden muss. Für Busfahrten, Zugfahrten oder Schulstunden, in denen einfach nichts passiert, sind für mich die Jugendbücher einfach optimal.

Es geht um einen Pakt, den zwei junge Mädchen einst geschlossen haben: Sie wollen die schlankesten der Schule sein. Es wird also wenig gegessen, viel Sport betrieben und der Magen auf allerlei Weisen wieder entleert. Dieser Pakt führt unwillkürlich zur Magersucht und psychischen Problemen.
Starten tut die Story mit dem makaberen Verfall von einem der Wintermädchen, Cassie, welche in einem Motel ums Leben kommt und somit Lia, die Protagonistin, alleine im Magerwahn lässt.

Die Psyche von Lia wird sehr präsent vorgestellt, was auch kein Wunder darstellt, schließlich erzählt sie die Geschichte. Ihr Wahn wird immer einnehmender, doch sieht sie ihre Krankheit nicht ein und wehrt sich gegenüber jeglichen Hilfeversuchen.
Familiendramen und ihr Leid verfeinern die Geschichte der Magersucht. Unaufhaltsam strebt sie zum eigenen Verhungern hin.

Der Krankheitsverlauf wird nur wenig angeschnitten. Ihre Magersucht ist schon ziemlich weit voran geschritten und ihre Wahnvorstellungen ziemlich heikel. Die Symptome sind verständlich dargestellt und ob es übertrieben wurde oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Das Ende war nur wieder einmal etwas … daneben. Denn meiner Meinung nach war ein Happy End nicht unbedingt mehr möglich – aber es musste wohl sein.

Während des Lesens ist mir wieder eingefallen, dass ich als Jugendliche etwas Kontakt mit dieser „Magersuchwelt“ hatte.  Es war ein Internetblog, wie sie auch in dem Buch erwähnt werden. Gemeinsames Hungern und Berichte der Erkrankten. Ich weiß nicht mehr, wie ich da hin gekommen bin und ich weiß, dass ich auch nie etwas diesbezüglich getan habe, aber gelesen habe ich es schon. Das war damals für mich wie eine Horrorgeschichte, die ich immer weiter lesen musste. Von daher war es irgendwie nun eine abrundende Sache, „Wintermädchen“ gelesen zu haben.

 

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