Kehlmann, Daniel: Die Vermessung der Welt

4. Januar 2013 at 19:00 Hinterlasse einen Kommentar

13vermessungderwelt„Romane, die sich in Lügenmärchen verlören,
weil der Verfasser seine Flausen an die Namen geschichtlicher Personen binde.“

Vielleicht bin ich ein Banause, vielleicht reicht mein Intellekt nicht aus, um zu begreifen, welch wundervolles Werk dieses Buch ist. Doch wie auch immer der Grund aussieht, für mich war dieses Buch eine Qual. Wenn ich es nicht für die Schule hätte lesen müssen, wäre ich dazu geneigt gewesen, aufzugeben.
Es fing schon damit an, dass mir der Schreibstil einfach nicht liegt. Es sind Bandwürmersätze, die niemals nie ein Ende finden. An die Art, wie die wörtliche Rede genutzt wird, konnte ich mich noch gewöhnen, aber ich wünschte mir, die Charaktere hätten überhaupt nichts gesagt. Die Dialoge haben den Roman auch nicht gerettet. Manch eine ironische Bemerkung empfand ich als amüsant, aber dies kann meine Qualen auch nicht ausgleichen.

Die Geschichte um Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt wird in zwei Storylines geschildert. Sie werden als junge Knaben vorgestellt, die Erfolge und Niederlagen werden präsentiert, sie werden älter und älter und älter, bis die Beiden aufeinander treffen und ein Ende folgt, welches nicht hätte geschrieben werden müssen.
Wirkliche Sympathie ist nicht aufgetreten, außer vielleicht für Bonpland. Er erinnerte zumindest an einen Menschen und an keinen Roboter.

Was soll ich bloß über diesen Roman erzählen? Gauß ist ein Mathematiker, der ziemliche Defizite im sozialen Kontext besitzt. Ein unfreundlicher, überheblicher Mann der Zahlen. Humboldt ist der Herrscher der gefühlslosen Roboter und empfindet lediglich bei einem Hund so etwas wie ein Gefühl. Dafür besteigt er Berge, trinkt  Curare, reist durch ferne Länder und nimmt Leichen mit. Ja, es handelt sich bei den beiden um Genies und sie haben durchaus ihren Ruhm verdient. Aber die Darbietung dieser Charaktere im Roman ist etwas Unglücklich.

Die einzige Frage, die ich mir nach dem Lesen gestellt habe, war folgende: Ist Humboldt tatsächlich an kleinen Jungen interessiert? Irgendwie ist es schade, wenn einem tatsächlich nur solch eine Frage einfällt und der Rest ziemlich bedeutungslos ist. Aber wie gesagt: Vermutlich bin ich einfach ein Banause!

 

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